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Denny Krull 6. November 2025
Frontansicht des Mitsubishi eK X EV

Die EU plant eine Förderung für eine neue Fahrzeugklasse, um den europäischen Markt konkurrenzfähiger zu machen und kompakte Elektroautos günstiger anzubieten. 

In Japan sind es die Kei-Cars und in Europa könnten es die e-cars sein: kleine und vor allem günstige Elektrofahrzeuge, die zu einem angestrebten Preis von rund 15.000 Euro angeboten werden sollen. Über die neue „e-car-Kategorie“ soll am 10. Dezember 2025 entschieden werden.

Beliebtheit von Kei-Cars

Die kompakten Kei-Cars, egal ob Verbrenner- oder Elektro-Modelle, sind in Japan besonders beliebt, weil sie in der Anschaffung günstig sind, niedrige Betriebskosten haben und auch steuerliche Vorteile bieten. Der Unterschied zu „normalen“ Fahrzeugen beziehungsweise Elektroautos ist die geringere Ausstattung, gerade in puncto Sicherheit – und genau da liegt das Problem bei der Einführung einer „Kei-Car-Klasse in Europa“.

EU-Regeln

Fahrzeuge der Kei-Car-Kategorie erfüllen nicht die nötigen Zulassungsrichtlinien beziehungsweise EU-Anforderungen in Dingen wie Sicherheit oder Crashverhalten, was mit der Initiative „gelockert“ werden soll, da bisher nur zwischen M1- (normale PKW) und L6e/L7e- (Leichtfahrzeuge oder Microcars/Quads) unterschieden wird. Letztere sind zwar in unserer Liste der aktuell verfügbaren Kleinstwagen vertreten, aber es fehlt ihnen an Sicherheitssystemen, um als „echtes“ Auto zu gelten, weshalb sie beispielsweise zum Teil nur für eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h zugelassen sind.

Beispiel: Dacia Hipster Concept

Mit dem Dacia Hipster Concept stellte die Marke kürzlich ein Konzept vor, welches in diese Richtung gehen könnte. Mit einer Länge von 3,0 Metern hat Dacia eine Studie eines Stadtautos präsentiert, welches klein genug wäre, um als L7e-Fahrzeug durchzugehen, wenn man nicht das Gewicht beachtet. Zwar soll die Hipster-Studie rund 20% weniger als der Dacia Spring wiegen, allerdings wäre das Konzeptfahrzeug für die L7e-Kategorie zu schwer, da das maximal zulässige L7e-Fahrzeug-Leergewicht zur Personenbeförderung bei 450 kg und zur Güterbeförderung bei 600 kg liegt. Hinzu kommen die Sicherheitssysteme, die für eine M1-Klassifizierung nötig wären, wodurch das Fahrzeug wiederum teurer werden würde.

Initiative für günstige Elektroautos

Neben Diskussionen über ein Verbrenner-Aus sind seit September auch Förderungen für kleine und günstige Elektroautos in Europa im Gespräch und Ursula von der Leyen (EU-Kommissionspräsidentin) möchte zusammen mit der Industrie ein Projekt auf die Beine stellen, um nicht nur die Fahrzeugindustrie in Europa wiederzubeleben, sondern auch für eine günstige Elektromobilität sorgen. Mit dem Satz „Millionen Menschen in Europa wollen bezahlbare europäische Autos kaufen“ forderte Ursula von der Leyen zur Handlung auf, dass Europa seine industrielle Wettbewerbsfähigkeit und den Zugang zu erschwinglicher Mobilität nicht aus den Augen verlieren darf.

e-car-Klasse in Europa

Immer mehr Hersteller konzentrieren sich verstärkt auf Fahrzeuge im Premium-Segment, sodass es schlichtweg an günstigen Fahrzeugen fehlt, auch weil die EU-Richtlinien zu streng sind. Besonders bei Elektroautos greifen Kunden verstärkt auf günstigere Elektrofahrzeuge aus China zurück. Um dies zu ändern und die Modelle europäischer Hersteller attraktiver zu machen, müssten die strengen Richtlinien für Fahrzeuge, die bestimmte Kriterien für Abmessungen, Gewicht und auch Sicherheitsfunktionen erfüllen würden, angepasst werden. Solch ein Konzept wird am 10. Dezember vorgelegt.

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