
Kaum ein Thema wird beim Elektroauto so stark diskutiert wie die Reichweite. Dabei gibt es mittlerweile einige Elektrofahrzeuge, die nah an de 1000-km-Grenze sind. Dafür muss man aber einen höheren Preis in Kauf nehmen.
In Kürze:
- Wer viel Reichweite möchte, muss auch im Jahr 2026 noch tief in die Tasche greifen. Allein in der Top 5 befinden sich nur Fahrzeuge aus der Oberklasse.
- Die Reichweite wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Dazu gehören Akku-Kapazität, Effizienz aber auch das Wetter oder der Fahrstil.
- Im Winter sinkt die Reichweite von Elektroautos deutlich. Laut ADAC sogar bis zu 40 Prozent.
Welche Elektroautos fahren in der Topliste vorne mit?
Wer viel Reichweite möchte, braucht einen großen Akku, was sich auch stark am Preis des Fahrzeuges bemerkbar macht. Auf den vorderen Plätzen lassen sich Elektroautos wie der Lucid Air mit einer Reichweite von bis zu 960 km oder der Mercedes-Benz EQS mit 816 km finden. Wohlgemerkt sind das Reichweitenangaben laut Hersteller nach WLTP-Norm. Die reale Reichweite liegt deutlich unter den WLTP-Angaben, aber zum Vergleichen sind sie ideal, da es sich um ein Standard-Messverfahren handelt.
In der Topliste reiht sich auch der VW ID.7 ein. Dank dem sehr effizienten Elektromotor AP550 reicht die 91-kWh-Batterie aus, um auf eine Reichweite von bis zu 709 km zu kommen. Zum Vergleich: Der neue DS N°8 aus dem Stellantis-Konzern schafft die 749 km sogar mit einer 77-kWh-Batterie – aufgrund verschiedener Faktoren, die wir weiter unten erläutern. (In Tests übertraf der DS N°8 sogar die WLTP-Angaben.)
Mittelklasse holt bei Reichweite auf
Hohe Reichweite ist aber nicht nur in der Premium-Klasse zu finden. Durch die fortschreitende Entwicklung der Batterien, Motoren sowie Optimierung der Aerodynamik erreichen bereits E-Autos aus der Mittelklasse eine höhere Reichweite als noch vor einigen Jahren: Der Kia EV3 (605 km), VW ID.3 (605 km), Tesla Model Y (657 km), Skoda Enyaq (560 km) oder auch ein BYD Seal (570 km) bieten bereits eine hohe Reichweite.
Bis die ersten Serien-Elektroautos an die 1000 km an Reichweite schaffen werden, ist es nur noch eine Frage der Zeit.
Die E-Autos mit der höchsten Reichweite – Tabelle
| Modell | Modelljahr | WLTP Reichweite | Batteriekapazität (Brutto) | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Lucid Air | 2022 - 2026 | 960 km | 111 kWh |
| 2 | BMW i3 | 2026 | 900 km | 115 kWh |
| 3 | Mercedes-Benz EQS Limousine | 2024 | 816 km | - |
| 4 | Volvo EX60 | 2026 | 810 km | 117 kWh |
| 5 | BMW iX3 | 2025 | 805 km | - |
| 6 | Mercedes-Benz CLA | 2025 | 792 km | - |
| 7 | Lucid Gravity | 2026 | 765 km | - |
| 8 | Audi A6/S6 e-tron | 2025 | 756 km | 100 kWh |
| 9 | Tesla Model 3 | 2025 | 750 km | 82 kWh |
| 10 | DS N°8 | 2025 | 749 km | - |
| 11 | Tesla Model S | 2026 | 744 km | 100 kWh |
| 12 | DS N°7 | 2026 | 740 km | 97,20 kWh |
| 13 | MG IM5 | 2025 | 710 km | 100 kWh |
| 14 | Volkswagen ID.7 | 2025 | 709 km | 91 kWh |
| 15 | Fisker Ocean | 2023 | 707 km | 113 kWh |
| 16 | Polestar 3 | 2024 - 2026 | 706 km | 111 kWh |
| 17 | BMW iX | 2025 | 701 km | - |
| 18 | Mercedes-Benz VLE | 2026 | 700 km | - |
| 19 | Volvo ES90 | 2025 | 700 km | 106 kWh |
| 20 | Peugeot E-3008 | 2024 | 698 km | 101 kWh |
| 21 | Mercedes-Benz EQS SUV | 2023 | 695 km | 125 kWh |
| 22 | Opel Grandland Electric | 2025 | 694 km | 94 kWh |
| 23 | Mercedes-Benz EQE Limousine | 2025 | 691 km | - |
| 24 | Volkswagen ID.7 Tourer | 2024 | 690 km | 91 kWh |
| 25 | Xiaomi YU7 | 2025 | 685 km | 96,30 kWh |
| 26 | Xiaomi SU7 | 2024 | 681 km | 94,30 kWh |
| 27 | Citroën ë-C5 Aircross | 2025 | 680 km | 97 kWh |
| 28 | Hyundai IONIQ 6 | 2026 | 680 km | 84 kWh |
| 29 | Mercedes-Benz GLC | 2026 | 673 km | 100 kWh |
| 30 | Polestar 5 | 2025 | 670 km | 112 kWh |
| 31 | Peugeot E-5008 | 2024 | 664 km | 101 kWh |
| 32 | Audi Q6/SQ6 e-tron | 2026 | 661 km | 100 kWh |
| 33 | Polestar 2 | 2024 | 659 km | 82 kWh |
| 34 | Tesla Model Y | 2026 | 657 km | 78 kWh |
| 35 | Zeekr 7GT | 2026 | 655 km | 100 kWh |
| 36 | Porsche Cayenne Electric | 2026 | 653 km | - |
| 37 | Tesla Model X | 2026 | 649 km | 100 kWh |
| 38 | Porsche Macan | 2024 - 2026 | 641 km | 100 kWh |
| 39 | Volvo EX60 Cross Country | 2026 | 640 km | 95 kWh |
| 40 | Mitsubishi Eclipse Cross | 2026 | 635 km | 92 kWh |
| 41 | Porsche Taycan | 2024 | 634 km | 105 kWh |
| 42 | Kia EV4 | 2025 | 633 km | 81,40 kWh |
| 43 | Mercedes-Benz GLB | 2026 | 631 km | - |
| 44 | BMW i5 | 2023 | 627 km | 83,90 kWh |
| 45 | Ford Capri | 2024 - 2026 | 627 km | 82 kWh |
| 46 | Volvo EX90 | 2024 - 2026 | 627 km | - |
| 47 | Nissan LEAF | 2025 | 624 km | 79 kWh |
| 48 | BMW i7 | 2022 | 624 km | - |
| 49 | MG IM6 | 2025 | 624 km | 100 kWh |
| 50 | Togg T10F | 2025 | 623 km | 88,50 kWh |
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Welche Faktoren beeinflussen die Reichweite?
Die Reichweite eines Elektroautos kann durch viele Faktoren beeinflusst werden. Einige dieser Faktoren, wie beispielsweise Batteriegröße, Luftwiderstandsbeiwert (cW-Wert) oder die Leistung und der damit verbundene Verbrauch, kann man selbst nur bedingt beim Kauf beeinflussen und vorher Modelle vergleichen. Es gibt aber weitere Punkte, die großen Einfluss darauf haben, wie weit man mit dem E-Auto kommen könnte.
Akku
Einen großen Einfluss auf die Reichweite hat natürlich die Akkukapazität. Im unteren Preissegment verfügen die meisten E-Autos eine Batterie mit einer Kapazität von rund 45-60 kWh. In der Oberklasse werden meist Batterien mit einer Kapazität um die 100 kWh verbaut, die dann auch eine höhere Reichweite bieten. Solche Fahrzeuge kosten meist aber auch 80.000 Euro aufwärts.
cW-Wert
Der cW-Wert ist für Elektroautos besonders entscheidend, weil er angibt, wie stark das Fahrzeug der Luftströmung widersteht und damit direkt beeinflusst, wie viel Energie aus der Batterie für den Antrieb benötigt wird und welche Reichweite erzielt werden kann.
Unserer Topliste der Elektroautos mit dem niedrigsten cW-Wert zeigt, wie sehr die Reichweite davon abhängig ist.
Zubehör
Auch angebrachtes Zubehör wie eine Dachbox oder ein Heckfahrradträger beeinflusst die Aerodynamik des Autos. Der Verbrauch erhöht sich überproportional bei steigender Geschwindigkeit.
Gewicht
Um ein schweres Auto bewegen zu müssen, benötigt es auch mehr Kraft. Der Verbrauch steigt stark und gleichzeitig reduziert sich die Reichweite. Dabei spielt es keine Rolle, ob es am Eigengewicht des Fahrzeugs oder an der Zuladung liegt. Hersteller achten bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge bereits darauf, das Auto möglichst im Leichtbau zu konzipieren.
Wer mit Anhänger unterwegs ist, muss aufgrund des Gewichts und dem erhöhten Luftwiderstand mit starken Einbußen der Reichweite rechnen. Mit einem Wohnwagen kann sich die Reichweite auch mal halbieren.
Fahrstil
Wie bei Autos mit Verbrennungsmotor spielt auch bei Elektroautos der eigene Fahrstil eine wichtige Rolle und starkes Beschleunigen oder kontinuierliches Fahren mit hoher Geschwindigkeit reduziert ebenfalls die mögliche Reichweite. Auch ist ein vorausschauendes Fahren für eine hohe Reichweite erforderlich. Viele Elektroautos haben den Vorteil, dass eingesetzte Energie durch Rekuperation zurückgewonnen werden kann.
Fahrstrecke
Wird das Elektroauto nur in der Stadt verwendet, können durchaus höhere Reichweiten zustande kommen. Das liegt am niedrigeren Energiebedarf bei geringeren Geschwindigkeiten. Zudem muss durch den üblichen Stadtverkehr auch häufiger gebremst werden, wodurch wiederrum Energie zurückgewonnen (rekuperiert) wird.
Auch auf einer Landstraße können E-Autos noch effizient sein. Auf der Autobahn macht sich der hohe Energiebedarf dann wieder an der Reichweite bemerkbar.
Wetter
Die „Reichweitenangst“ bei Elektroautos ist nicht ganz unbegründet. Im Winter sinkt die Reichweite im Vergleich zum Sommer gerne mal um 30 bis 40 Prozent. In erster Linie liegt das am erhöhten Heizbedarf des Fahrgastraumes. Aber auch die Batterie friert nicht gerne, spätestens an der Ladesäule sollte auch sie warm sein, um effizient (und schnell) laden zu können. Verschiedene Elektro-Modelle bieten dafür eine Vorkonditionierung, um die Batterie auf eine optimale Temperatur zu bringen.
Neben der Temperatur trägt auch der Wind eine Rolle. Gegenwind erhöht den Luftwiderstand und damit auch den Verbrauch. Wer mit dem Wind fährt, kann sich über eine größere Reichweite freuen.
Reifen
Wer Elektroauto fährt, sollte trotzdem regelmäßig den Reifendruck prüfen, auch wenn man keinen Grund mehr hat, zur Tankstelle zu fahren. Denn ein niedriger Reifendruck erhöht den Rollwiderstand und steigert damit auch den Verbrauch des E-Autos. Auch ist die Größe der Felgen entscheidend und sollte berücksichtigt werden.
Fazit
Wie der oberen Liste zu entnehmen ist, gibt es bereits zahlreiche Elektro-Modelle, die eine hohe Reichweite ermöglichen. Bei der Suche nach E-Autos mit der größten Reichweite sollte man aber auch die erwähnten Faktoren wie Fahrzeuggewicht, Karosserie (Bauform und Aerodynamik) sowie das eigene Fahrprofil beachten und natürlich die vom Hersteller angegebenen Verbrauchswerte vergleichen, denn Elektroautos mit der größten Batterie bieten nicht immer auch die höchste Reichweite. Unsere Übersicht der Elektroautos mit dem niedrigsten Verbrauch kann ebenfalls bei der Suche des geeigneten Stromers helfen.
Simon Gralki
Elektrisch mit einem VW ID.3 (seit 2024) und einem VW ID.Buzz (seit 2025) unterwegs.





