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Simon Gralki 22. März 2025
Der Porsche Taycan beim Laden mit der 800V Technik

Die Auswahl an Elektroautos, die mit 800 Volt laden können, wächst stets. Nachdem sich 400 Volt als Standard erwiesen hat, könnte das auch bald auf die 800V-Ladetechnik zutreffen. Folgende Tabelle zeigt, welche E-Autos heute schon mit 800 Volt laden können.

In der Theorie können Elektroautos mit der 800V-Ladetechnik doppelt so schnell laden als bei Fahrzeugen mit „nur“ 400 Volt. Sprich, eine Ladeleistung von 400 kW. In der Praxis werden solche Werte aber selten erreicht. Heutige Modelle am Markt schaffen die 350 kW, wie zum Beispiel der Lotus Eletre, Genesis GV70 oder der Mercedes Benz CLA sowie Volvo ES90. Einige Elektro-Modelle unterstützen sogar eine Ladeleistung von über 400 kW wie der neue XPeng G6 sowie G9, aber es muss auch angemerkt werden, dass an vielen Ladesäulen bei 350 kW bereits Schluss ist. Eine verminderte Ladeleistung muss nicht nur am Auto liegen, sondern auch die Ladesäule muss das Schnellladen mitmachen.

Tabelle: E-Autos die mit 800 Volt laden

Wir haben eine Tabelle von Elektroautos mit 800-Volt-Technik zusammengestellt und geben dazu die maximal mögliche DC-Ladeleistung an. Alle aufgelisteten Modelle haben zwar eine 800-Volt-Architektur, jedoch gibt es bei der maximalen Ladegeschwindigkeit weiterhin große Unterschiede:

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400V-Ladetechnik ist und bleibt vorerst Standard

Über die letzten Jahre ist das Laden mit 400V Technik zum Standard geworden und wird auch noch weitere Jahre seine Präsenz auf den Straßen Deutschlands haben. Nichts desto trotz entwickelt sich die Technik weiter und die 800-Volt-Technik bei Elektroautos kommt immer häufiger zum Einsatz. Schon heute unterstützen einige E-Autos das Laden mit oder über 350 kW. Damit ist beispielsweise der 106 kWh Akku vom Volvo ES90 innerhalb von 20 Minuten von 10% auf 80% aufgeladen. Damit nicht genug, BYD hatte eine 1000-Volt-Technik vorgestellt, mit der in 5 Minuten rund 470 Kilometer nachgeladen werden können. Bis die 800V oder gar 1000V Ladetechnik in jedem Auto Standard ist, vergehen aber noch ein paar Jahre. Die Ladeinfrastruktur muss ja auch danach ausgerichtet und ausgebaut werden.

Das 800 Volt Boardnetz grafisch dargestellt in einem Porsche Taycan Turbo S

Was kann das 800-Volt-System eigentlich?

Wie bereits erwähnt ist das 400-Volt-Boardnetz der Standard in der Industrie und eben auch bei Elektroautos. Ein 800-Volt-System verdoppelt die Spannung ohne dabei mehr Strom zu benötigen. Das bringt zum Beispiel den Vorteil, dass das Laden mit mehr Leistung bei weniger Strom (Ampere) möglich ist.

Beispiel:

  • 400V × 500A = 200 kW
  • 800V × 500A = 400 kW

Ein weiterer Vorteil ist die geringere Wärmeentwicklung durch die höhere Spannung. Dadurch ist der Kühlaufwand geringer und es kann u. a. auf kleinere Leitungen zurückgegriffen werden, was zum einen Gewicht aber auch Materialeinsatz (Kosten) spart.

Vergleich zwischen 400V und 800V

Merkmal 400V-System 800V-System
Spannung ~400 Volt ~800 Volt
Maximale Ladeleistung 125–250 kW 220–350+ kW
Ladezeit (10–80 %) 25–40 Minuten 15–20 Minuten
Stromstärke nötig Höher Niedriger
Wärmeentwicklung Höher Geringer
Kabelgewicht im Fahrzeug Schwerer Leichter
Kühlbedarf beim Laden Hoch Niedrig
Produktionskosten Günstiger Teurer
Verfügbarkeit heute Weit verbreitet Nur bestimmte Modelle
Zukunftssicherheit Begrenzt Sehr hoch

Lohnt sich ein Elektroauto mit 800-Volt-System?

Ob ein Elektroauto mit 800-Volt-Technik die richtige Wahl ist, hängt stark vom eigenen Fahrprofil ab. Während diese Hochvolt-Systeme technisch beeindruckend sind, entfalten sie ihr volles Potenzial nur unter bestimmten Bedingungen.

Am meisten profitieren Fahrer, die regelmäßig Langstrecke fahren. Denn bei Reisen auf der Autobahn zählt jede Minute, die man an der Ladesäule spart – und hier ist das 800-Volt-System ganz klar im Vorteil. Dank der höheren Spannung fließt bei gleicher Stromstärke deutlich mehr Leistung, was kürzere Ladezeiten ermöglicht. Viele Fahrzeuge mit 800-Volt-Architektur laden von 10 auf 80 Prozent in nur rund 18 Minuten – bei 400-Volt-Systemen dauert das oft 30 bis 40 Minuten.

Auch wer häufig auf stark frequentierten Ladehubs wie denen von IONITY, Aral pulse oder EnBW unterwegs ist, kann das volle Potenzial ausschöpfen. Diese Säulen unterstützen Ladeleistungen von 300 kW und mehr, die ein 800-Volt-Elektrofahrzeug optimal ausnutzen kann. In der Praxis bedeutet das: weniger Wartezeit, schnellere Weiterfahrt und geringere Auslastung des Thermomanagements – vor allem im Sommer ein echter Vorteil.

Aber nicht nur Geschwindigkeit zählt: 800-Volt-Systeme sind effizienter. Sie produzieren weniger Wärme, benötigen dünnere Kabel im Fahrzeug und reduzieren den Energieverlust beim Laden. Das spart Gewicht und erhöht die Reichweite im Alltag.

Für den typischen Kurzstreckenfahrer oder denjenigen, der hauptsächlich zuhause an der Wallbox lädt, bringt 800 Volt dagegen kaum Vorteile. Beim AC-Laden (z. B. mit 11 kW) spielt die Systemspannung keine Rolle. Hier zählen eher andere Faktoren wie Akkugröße, Effizienz im Stadtverkehr oder intelligente Ladefunktionen.

Fazit

Ein 800-Volt-System lohnt sich vor allem für Vielfahrer, Technik-Enthusiasten und alle, die auf maximale Ladegeschwindigkeit setzen. Wer dagegen selten öffentliche Schnelllader nutzt und sein E-Auto überwiegend zuhause lädt, kann getrost bei einem bewährten 400-Volt-System bleiben – und dabei oft sogar Geld sparen.

Simon Gralki

Elektrisch mit einem VW ID.3 (seit 2024) und einem VW ID.Buzz (seit 2025) unterwegs.

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