
Auf langen Strecken ist nicht nur die Akkugröße des E-Autos entscheidend. Fast noch wichtiger ist die maximale Ladeleistung. In diesem Artikel haben wir eine Tabelle von Elektroautos mit der besten Peak-Ladeleistung.
Ein großer Akku bringt nichts, wenn dieser nur langsam aufgeladen werden kann. Man stelle sich vor, bei einer Strecke von über 1.000 Kilometer stehen vier Ladestopps an und jeder Stopp würde eine Stunde dauern, da die Ladeleistung nicht hoch genug ist. Fahrer, die mit dem E-Auto häufig lange Strecken fahren, sollten unbedingt die maximale Ladeleistung des Elektrofahrzeugs beachten. Denn die bestimmt, wie lange man an der Ladesäule stehen muss, bis der Akku wieder aufgeladen ist.
Schnelles Laden an der Ladesäule – Das sind die Top 50 E-Autos
Hohe Ladeleistungen waren lange Exoten wie dem Lotus Eletre oder den Lucid Air vorbehalten, doch inzwischen gibt es eine Reihe von E-Autos mit hoher Ladeleistung, die teilweise eine höhere Ladeleistung unterstützen, als einige Ladesäulen in Deutschland überhaupt hergeben.
| Modell | Modelljahr | Maximale Ladeleistung (DC) | Batteriekapazität (Brutto) | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | XPeng G9 | 2025 | 525 kW | 92,20 kWh |
| 2 | Xiaomi SU7 | 2024 | 490 kW | 73,60 kWh |
| 3 | Zeekr 7GT | 2026 | 480 kW | 75 kWh |
| 4 | Zeekr 7X | 2025 | 480 kW | 75 kWh |
| 5 | XPeng G6 | 2025 | 451 kW | 80,80 kWh |
| 6 | XPeng P7 | 2026 | 446 kW | 74,90 kWh |
| 7 | Porsche Cayenne Electric | 2026 | 400 kW | 113 kWh |
| 8 | BMW i3 | 2026 | 400 kW | 115 kWh |
| 9 | Smart #5 | 2025 | 400 kW | 100 kWh |
| 10 | BMW iX3 | 2025 | 400 kW | - |
| 11 | Volvo EX60 Cross Country | 2026 | 370 kW | 95 kWh |
| 12 | Volvo EX60 | 2026 | 370 kW | 95 kWh |
| 13 | MG IM5 | 2025 | 350 kW | 100 kWh |
| 14 | Genesis GV70 | 2022 - 2025 | 350 kW | 77,40 kWh |
| 15 | MG IM6 | 2025 | 350 kW | 100 kWh |
| 16 | Volvo EX90 | 2026 | 350 kW | 106 kWh |
| 17 | Renault 5 E-Tech | 2024 | 350 kW | 70 kWh |
| 18 | Volvo ES90 | 2025 | 350 kW | 106 kWh |
| 19 | Lotus Eletre | 2023 - 2025 | 350 kW | 112 kWh |
| 20 | Polestar 3 | 2026 | 350 kW | 106 kWh |
| 21 | Lotus Emeya | 2024 - 2025 | 350 kW | 102 kWh |
| 22 | Polestar 5 | 2025 | 350 kW | 112 kWh |
| 23 | Mercedes-Benz GLC | 2026 | 330 kW | 100 kWh |
| 24 | Mercedes-Benz CLA | 2025 | 320 kW | - |
| 25 | Porsche Taycan | 2024 | 320 kW | 105 kWh |
| 26 | Porsche Taycan Cross Turismo | 2024 | 320 kW | 105 kWh |
| 27 | Mercedes-Benz GLB | 2026 | 320 kW | - |
| 28 | Porsche Taycan Sport Turismo | 2024 | 320 kW | 105 kWh |
| 29 | Audi e-tron GT | 2025 | 320 kW | 105 kWh |
| 30 | Lucid Air | 2022 - 2026 | 300 kW | 111 kWh |
| 31 | Mercedes-Benz VLE | 2026 | 300 kW | - |
| 32 | Porsche Macan | 2024 - 2026 | 270 kW | 100 kWh |
| 33 | Maserati GranCabrio Folgore | 2024 | 270 kW | 92,50 kWh |
| 34 | Audi Q6/SQ6 e-tron | 2025 - 2026 | 270 kW | 83 kWh |
| 35 | Maserati GranTurismo Folgore | 2024 | 270 kW | 92,50 kWh |
| 36 | Audi A6/S6 e-tron | 2025 | 270 kW | 100 kWh |
| 37 | Hyundai IONIQ 6 | 2026 | 260 kW | 84 kWh |
| 38 | Hyundai IONIQ 5 | 2025 | 260 kW | 84 kWh |
| 39 | Kia EV6 | 2024 | 258 kW | 84 kWh |
| 40 | Tesla Model 3 | 2024 - 2025 | 250 kW | - |
| 41 | Lucid Gravity | 2026 | 250 kW | - |
| 42 | Tesla Model Y | 2021 - 2025 | 250 kW | 78,10 kWh |
| 43 | Tesla Model X | 2019 - 2026 | 250 kW | 100 kWh |
| 44 | Tesla Cybertruck | 2024 | 250 kW | 123 kWh |
| 45 | Fisker Ocean | 2023 | 250 kW | 113 kWh |
| 46 | Tesla Model S | 2023 - 2026 | 250 kW | 100 kWh |
| 47 | Nio EL8 | 2024 | 240 kW | 100 kWh |
| 48 | Genesis GV60 | 2022 | 240 kW | 77,40 kWh |
| 49 | Hyundai IONIQ 9 | 2025 | 233 kW | 110 kWh |
| 50 | BYD Sealion 7 | 2025 | 230 kW | 93 kWh |
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XPeng an der Spitze
Längere Zeit waren Modelle wie Lotus Eletre oder Lotus Emeya mit einer Ladeleistung von bis zu 350 kW an der Spitze. Nun findet man auf den ersten fünf Plätzen bereits Elektrofahrzeuge mit über 450 kW DC-Ladeleistung – darunter Modelle von XPeng. Der neue XPeng G9 mit 800-Volt-Technik und einer maximalen Ladeleistung von bis zu 525 kW sichert sich die Spitze (Stand: Dezember 2025). Zwar geben die meisten Ladesäulen in Deutschland teilweise nur bis 350 kW oder 400 kW her, aber möglich wäre es: In nur 12 Minuten soll man die 92-kWh-LFP-Batterie von 10% auf 80% nachladen können.
Volvo nicht unter den Top 10
Seit März 2025 ist die neue Limousine ES90 von Volvo erhältlich. Ebenfalls mit der 800-Volt-Architektur schafft der Schwede eine Peak-Ladeleistung von 350 kW. Damit soll die 106-kWh-Batterie (Bruttokapazität) in nur 20 Minuten von 10% auf 80% aufgeladen werden können. Zwar ist die Ladeleistung beachtlich, allerdings haben sich chinesische Modelle durchgesetzt und es bleibt abzuwarten, wie hoch die Ladeleistung beim kommenden Volvo EX60 sein wird.
Audi, BMW oder Porsche ebenfalls hinter chinesischen Marken
Sowohl der Porsche Taycan als auch der „kleinere“ Bruder Audi S e-tron GT sind Spitzenmodelle mit einer maximalen Ladeleistung von beeindruckenden 320 kW. Beide Sportwagen verfügen über eine 105-kWh-Batterie, die dank der schnellen Ladeleistung in 18 Minuten an der HPC-Ladesäule wieder auf 80 Prozent geladen werden soll. Auch Fahrzeuge wie der neue Cayenne Electric oder das Neue-Klasse-Modell, der BMW iX3, müssen sich mit 400 kW Ladeleistung hinter den China-Modellen einreihen.
Bezahlbare E-Autos mit hoher Ladeleistung
Wie es so üblich ist, befinden sich auf Toplisten und Rankings meist nur die teuren Elektroautos. Auch bei den E-Autos mit der besten Ladeleistung sieht es nicht anders aus. Doch inzwischen gibt es durchaus bezahlbare Elektroautos, die den teuren Sportwagen allmählich das Wasser reichen können – bei ausreichender Schnellladeleistung. Der Hyundai IONIQ 5 schafft schon 260 kW, ein Kia EV6 ebenfalls 258 kW.
Sämtliche Modelle von Tesla wie Model 3 oder Model Y schaffen eine Ladeleistung von 250 kW. Wem die Ladeleistung von 200 kW ausreicht, findet in diesem Bereich eine große Auswahl an Fahrzeugen.
Der Einfluss hoher Ladeleistung auf die Ladezeit von Elektroautos – Ein realistischer Vergleich
Elektroautos sind auf langen Strecken stark von ihrer Ladegeschwindigkeit abhängig. Eine hohe Ladeleistung kann den Unterschied zwischen einer kurzen Kaffeepause und einer längeren Wartezeit ausmachen. Doch es gibt ein wichtiges Detail, das oft übersehen wird: Elektroautos laden nicht konstant mit der maximal angegebenen Ladeleistung, sondern folgen einer Ladekurve. Diese beeinflusst maßgeblich, wie schnell ein Fahrzeug tatsächlich Energie nachlädt. In diesem Artikel betrachten wir den Unterschied anhand zweier Fahrzeuge mit unterschiedlichen Ladeleistungen und realistischen Ladekurven.
Warum ist die Ladeleistung nicht konstant?
Moderne Elektroautos laden in mehreren Phasen. Während zu Beginn oft hohe Ladeleistungen anliegen, sinkt diese nach einer gewissen Zeit deutlich ab. Der Grund liegt im Batteriemanagement: Eine Batterie kann nicht beliebig schnell geladen werden, ohne ihre Lebensdauer negativ zu beeinflussen. Zudem hängt die Ladeleistung stark von der Temperatur und dem aktuellen Ladestand (SoC – State of Charge) ab. Häufig wird die maximale Ladeleistung nur zwischen 10 % und 30 % oder 40 % des Ladestands erreicht, bevor sie abnimmt.
Beispiel: VW ID. Buzz vs. Porsche Taycan
Um den Einfluss einer hohen Ladeleistung zu verdeutlichen, vergleichen wir zwei Elektroautos mit unterschiedlichen technischen Voraussetzungen: Den VW ID. Buzz, der mit maximal 170 kW laden kann, und den Porsche Taycan, der eine Ladeleistung von bis zu 270 kW ermöglicht. Beide Fahrzeuge haben eine nutzbare Batteriekapazität von 80 kWhund sollen von 10 % auf 80 % aufgeladen werden.
Ladekurve des VW ID. Buzz (2023)
Der ID. Buzz basiert auf einem 400-Volt-System und erreicht seine maximale Ladeleistung von 170 kW nur für einen kurzen Zeitraum. Die Ladekurve zeigt, dass:
Zwischen 10 % und 30 % SoC tatsächlich Werte um 170 kW erreicht werden können.
Ab 40 % SoC die Ladeleistung auf etwa 120–130 kW sinkt.
Bei 70 % SoC fällt die Ladeleistung auf unter 100 kW.
Bei 80 % SoC beträgt die Ladeleistung nur noch etwa 50 kW.
Durch diese sinkende Ladeleistung benötigt der ID. Buzz für die Ladung von 10 % auf 80 % etwa 30 Minuten an einer geeigneten Schnellladestation.
Ladekurve des Porsche Taycan
Der Porsche Taycan nutzt eine 800-Volt-Architektur, die ihm erlaubt, besonders hohe Ladeleistungen effizient zu nutzen. Seine Ladekurve zeigt:
Bereits bei 10 % SoC kann die Ladeleistung sehr schnell auf über 250 kW steigen.
Zwischen 10 % und 40 % SoC bleibt die Ladeleistung meist über 200 kW.
Erst ab 50 % SoC fällt sie langsam ab und liegt bei 70 % SoC noch immer bei rund 150 kW.
Bei 80 % SoC liegt die Ladeleistung immer noch bei über 100 kW.
Dank dieser hohen und stabileren Ladeleistung kann der Taycan die Ladung von 10 % auf 80 % in nur 18–20 Minuten absolvieren – also fast ein Drittel schneller als der ID. Buzz.
Was bedeutet das für den Alltag?
Während der Unterschied auf den ersten Blick vielleicht nicht dramatisch wirkt, zeigt sich im Langstreckenbetrieb ein deutlicher Vorteil für Fahrzeuge mit hoher und stabiler Ladeleistung. Wer mit dem ID. Buzz unterwegs ist, muss für eine Ladung bis 80% etwa 30 Minuten einplanen, während der Porsche Taycan nur rund 18 Minuten benötigt. Dies macht vor allem auf langen Reisen einen erheblichen Unterschied.
Angenommen, eine Strecke von 800 km wird gefahren und das Fahrzeug muss dreimal nachladen, dann bedeutet das:
Der VW ID. Buzz benötigt insgesamt um die 90 Minuten Ladezeit.
Der Porsche Taycan benötigt für dieselbe Strecke rund 54 Minuten.
Dies kann in der Praxis dazu führen, dass ein Fahrzeug mit höherer Ladeleistung eine volle Stunde schneller am Ziel ist.
Fazit: Warum eine hohe Ladeleistung nicht alles ist, aber viel ausmacht
Die maximale Ladeleistung ist ein wichtiger Faktor, doch noch wichtiger ist eine stabile Ladekurve. Während viele Elektroautos hohe Spitzenwerte erreichen, ist entscheidend, wie lange diese gehalten werden können. Der obere Vergleich zeigt, dass ein Fahrzeug mit 270 kW Ladeleistung nicht nur theoretisch schneller lädt, sondern auch praktisch spürbare Vorteile bietet. Wer also viel Langstrecke fährt, sollte nicht nur auf die maximale Ladeleistung achten, sondern auch darauf, wie konstant diese über den gesamten Ladevorgang bleibt. Die 800-Volt-Technologie, wie sie im Porsche Taycan oder im Hyundai Ioniq 5 genutzt wird, kann hier echte Vorteile bringen (hier geht´s zu unserer Liste mit 800-Volt-Elektroautos). Dennoch sind auch 400-Volt-Systeme mit optimierten Ladekurven absolut alltagstauglich – vor allem für Fahrer, die nicht regelmäßig sehr lange Strecken zurücklegen.
Simon Gralki
Elektrisch mit einem VW ID.3 (seit 2024) und einem VW ID.Buzz (seit 2025) unterwegs.





