Übersicht: Alle Elektroauto-Marken aus China auf einen Blick
Auf den deutschen Straßen lassen sich immer mehr Elektroautos von chinesischen Marken sehen. Schon heute haben sich Hersteller wie BYD, MG oder NIO einen Namen in Europa gemacht. Denen folgen noch weitere Marken aus China. Welche Hersteller von Elektroautos es in China gibt, welche nach Europa exportieren, zeigen wir in dieser Übersicht.
Aiways
Start-up mit internationaler Ausrichtung, u. a. mit dem SUV U5 bereits in Europa aktiv. Fokus auf preiswerte Mittelklasse-EVs.
Aion
Tochter von GAC mit modernen, vollelektrischen Fahrzeugen. Stark im Heimatmarkt, erste Exportbemühungen.
Avatr
High-End-Marke von Changan in Kooperation mit Huawei und CATL. Modernes Design und starke Technik, Europa-Start geplant.
BAIC
EV-Tochter von BAIC mit Fokus auf günstige Stadtautos. Ehemals führend im chinesischen Markt.
BYD
Größter chinesischer EV-Hersteller mit globaler Präsenz. Breites Modellportfolio, eigene Batterieproduktion, in Europa stark vertreten.
Changan
Einer der größten chinesischen Autobauer mit eigenen EVs und Beteiligung an Avatr. Bisher primär in China aktiv.
Chery
Traditionsmarke mit wachsender EV-Palette. Erste Modelle (z. B. Omoda) bereits in Südeuropa eingeführt.
Dayun
Hersteller von elektrischen Nutzfahrzeugen und Pick-ups. Fokus auf günstige Modelle für ländliche Regionen.
Denza
Premium-Marke mit deutschem Einfluss. Noch primär in China aktiv, Europa-Expansion in Arbeit.
Dongfeng
Staatskonzern mit mehreren EV-Marken wie Seres und Voyah. Große Bandbreite von Budget- bis Premiumsegment.
Enovate
Eher im Premiumsegment angesiedelt, mit Fokus auf Technik und Qualität. Exportpläne bestehen, bisher ohne Durchbruch.
FAW
Einer der ältesten Staatskonzerne mit mehreren Untermarken. EVs unter der Luxusmarke Hongqi auch für Europa geplant.
Geometry
Geelys Submarke für kompakte und günstige E-Autos. In China populär, technischer Verwandter einiger MG-Modelle.
Great Wall Motors (GWM)
Mutterkonzern von Ora und Haval. Plant mit mehreren Submarken den europäischen Markt.
Haval
SUV-orientierte Marke mit PHEVs und ersten BEVs. Expansion nach Europa angelaufen.
HiPhi
Luxuriöse, futuristische Fahrzeuge mit Hightech-Fokus. Erste Modelle in Europa als Showcases zu sehen.
Hozon
Junge Marke für preisgünstige E-Autos. Fokus auf das Volumensegment, erste internationale Schritte in Asien.
IM Motors
Premium-EV-Marke von SAIC und Alibaba mit Hightech-Innenräumen. Erste Fahrzeuge für Europa in Planung.
JAC
Hersteller von günstigen Pkw und Nutzfahrzeugen. In Europa über Partner wie DR Automobiles vertreten.
King Long
Hersteller elektrischer Busse und Vans. Fokus auf Flottenfahrzeuge und Export nach Afrika und Europa.
Leapmotor
Produziert günstige bis mittelklasse E-Autos, z. B. T03. Partnerschaft mit Stellantis zur Europa-Einführung.
Letin
Baut extrem günstige, kleine Elektroautos für den urbanen Raum. Fokus auf China und Schwellenmärkte.
Levdeo
Produziert einfache E-Autos für Kleinstädte und den ländlichen Raum. In China aktiv, kaum Export.
Li Auto
Bekannt für große SUVs mit Range Extender, zunehmend mit vollelektrischen Modellen. Luxusorientiert, bald in Europa.
Maxus
Fokus auf elektrische Vans, Transporter und Pick-ups. Bereits in Europa aktiv, v. a. im Flottengeschäft.
MG
Ursprünglich britisch, jetzt chinesisch (SAIC) – mit erfolgreichen Elektroautos wie MG4 in ganz Europa präsent.
NIO
Premium-Marke mit Fokus auf Technik, Design und Akkuwechselstationen. In Europa aktiv, besonders in Norwegen und Deutschland.
Ora
Retro-inspirierte EVs wie der Funky Cat, speziell für Europa entworfen. Teilweise schon in Deutschland erhältlich.
Roewe
Mittelklassemarke mit E-Autos und Plug-in-Hybriden. In Europa nicht direkt vertreten, aber technisch verwandt mit MG.
SAIC
Riesiger Konzern, Mutter von MG, Roewe und Maxus. Führender Exporteur chinesischer E-Autos nach Europa.
Seres
EV-Marke von Dongfeng, u. a. in Kooperation mit Huawei. Erste Fahrzeuge in Europa über lokale Partner.
Singulato
Start-up mit Fokus auf smarte SUVs. Aktuell in finanziellen Schwierigkeiten, Zukunft unklar.
Skywell
Baut vollelektrische SUVs, z. B. ET5. Teilweise in Europa unter anderem Markennamen erhältlich.
Voyah
Premium-Sparte von Dongfeng mit Fokus auf SUVs und große Vans. In Europa (z. B. Norwegen) eingeführt.
Weltmeister
Früher vielversprechendes EV-Start-up. In finanziellen Schwierigkeiten, Export vorerst gestoppt.
Xiaomi
Neueinsteiger (2024) mit sportlichem Elektroauto SU7. Starker Tech-Fokus, direkte Konkurrenz zu Tesla.
XPeng
Techgetriebenes Unternehmen mit Fokus auf autonomes Fahren. Bereits in Europa aktiv, u. a. mit G9 und P7.
Yudo
Hersteller kleiner, einfacher Elektroautos für den Stadtverkehr. Exportpläne bestehen, bisher rein chinesisch.
Zeekr
Premium-Elektromarke von Geely mit modernen, sportlichen Fahrzeugen. Seit 2023/24 in Europa verfügbar.
E-Auto-Marken aus China drängen nach Europa
Aktuell gibt nicht das Autoland Deutschland den Takt in der Autobranche vor, sondern China. Kaum ein anderes Land intensiviert in den letzten Jahren die Entwicklung von Autos, insbesondere mit elektrischen Antrieb so sehr. Durch staatliche Förderungen und das Interesse an E-Autos der chinesischen Bevölkerung haben sich in der jüngsten Vergangenheit viele neue E-Auto Marken gebildet. Etablierte Traditionsunternehmen nutzen ebenfalls die Chance, auf den klimafreundlichen Antrieb zu setzen.
Statt nur auf den heimischen Markt zu setzen, drängen aus China viele Marken nun nach Europa. Einige Hersteller wie BYD sind aus den deutschen Straßen kaum mehr wegzudenken. Weitere wie Geely mit den Marken Volvo, Polestar, Smart und Lynk haben sogar bekannte und bereits etablierte Fahrzeuge im Verkauf, inkl. dem Service- und Händlernetz. Das macht es für das Unternehmen auch ein stückweit einfacher, als eine bislang unbekannte Marke wie XPeng.
Chancen & Risiken
Europa wird zunehmend zum Zielmarkt chinesischer Elektroautohersteller. Neben westlichen Marken, die in China produzieren, bauen Unternehmen wie BYD, NIO, XPeng oder SAIC ihre Präsenz in Europa aus – teils mit eigenen Vertriebskanälen oder lokalen Produktionsplänen. Ihre Fahrzeuge gelten als technologisch konkurrenzfähig und preislich attraktiv.
Die Europäische Union hat im Oktober 2024 Strafzölle auf Elektroautos aus China beschlossen. Hintergrund ist der Verdacht, dass diese Fahrzeuge durch staatliche Subventionen rund 20 % günstiger angeboten werden und so den Markt verzerren. Die neuen Zölle sind gestaffelt und liegen zwischen 7,8 % und 35,3 %, abhängig vom Hersteller. Auch europäische Hersteller mit China-Produktion – wie Volkswagen, Mercedes-Benz oder BMW – müssen mit einem pauschalen Satz von 20,7 % rechnen.
Die Maßnahme war innerhalb der EU stark umstritten. Frankreich unterstützte die Zölle, während Deutschland vor möglichen Gegenmaßnahmen Chinas und wirtschaftlichen Schäden für die Exportnation warnte. Dennoch traten die Zölle im November 2024 in Kraft.
China reagierte mit einer Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO) und kündigte mögliche Gegenuntersuchungen zu europäischen Produkten wie Milchpulver oder Schweinefleisch an. Der ADAC kritisiert die Strafzölle als kontraproduktiv: Statt Handelsbarrieren fordert der Club mehr Innovationskraft der europäischen Hersteller, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.
Wie sich die Maßnahmen langfristig auf Preise, Angebot und Marktanteile chinesischer E-Autos in Europa auswirken, bleibt abzuwarten.