Mercedes-Benz hat auf der Shanghai Fashion Week ein Showcar vorgestellt, welches die Tradition der Marke fortführt und eine Ausblick auf eine S-Klasse gibt.
Der Mercedes Vision Iconic ist die Weiterentwicklung der Designsprache und verbindet Schönheit mit Technologie. Ausgestattet mit Solarlack, hochautomatisiertem Fahren Level 4 und Neuromorphic Computing soll das Konzept zukunftsweisend sein.
„Der Vision Iconic verkörpert unsere Vision für die Zukunft der Mobilität. Mit bahnbrechenden Innovationen wie Neuromorphic Computing, Steer-by-Wire, Solarlack und hochautomatisiertem Fahren Level 4 sowie modernster Technologie setzen wir neue Maßstäbe für das elektrische und digitale Zeitalter. Dieses wunderschöne Fahrzeug ist ein Beweis für unser Engagement, die Mobilität von morgen schon heute Realität werden zu lassen.“
Markus Schäfer, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz Group AG, Chief Technology Officer, Entwicklung & Einkauf
Mögliche Inspiration für neue S-Klasse
Seit Dezember 2020 ist die S-Klasse der Baureihe W223 auf dem Markt und es gibt weder ein Cabrio noch eine Coupé-Version. Auch suchen interessierte Kunden vergeblich nach einer vollelektrischen S-Klasse, weshalb Mercedes den EQS nachlieferte, der allerdings nicht die erwartete Beliebtheit erreichte. Eine Modelpflege und auch eine Elektro-S-Klasse sind nötig und Mercedes möchte mit der Vision Iconic einen Ausblick auf zukünftige Modelle im Luxus-Segment geben.
Mercedes Vision Iconic
Der Vision Iconic steht für ein neues Kapitel der Designsprache und verbindet Marken-charakteristische Merkmale mit der Zukunft. Mit der ikonischen Front und dem großen Kühlergrill, welcher auch als zukunftsweisende Designsprache beim vollelektrischen GLC eingesetzt wird, möchte Mercedes-Benz „aus der Masse der Gleichförmigkeit herausstechen“.
„Inspiriert von der goldenen Epoche des Automobildesigns der 1930er Jahre, verkörpert dieses Showcar die pure Essenz von Mercedes‑Benz. Mit seiner scheinbar endlosen Motorhaube, die ihm eine majestätische Präsenz verleiht, skulptural fließenden Linien und einem Hauch von Art Deco erhebt es sich zu einer wahren Ikone automobiler Schönheit. Das Interieur mit durchgehender Sitzbank und dem eleganten Heck weckt Erinnerungen an den legendären 300 SL. Der Vision Iconic ist mehr als nur ein Automobil – er ist eine Skulptur in Bewegung, eine Hommage an zeitlose Eleganz und ein Statement für die Zukunft: the most beautiful, most prestigious kind of thing.“
Gorden Wagener, Chief Design Officer Mercedes-Benz Group AG
Exterieur
Die Front der Vision Iconic prägt der ikonische Kühlergrill, welcher seit über 100 Jahren Mercedes-charakteristisch und unverkennbar ist – inspiriert von legendären Modellen wie dem W108, W111 oder der 600 Pullman-Limousine. Die breiten Chromleisten, die Rauchglas-Gitterstruktur und die Konturbeleuchtung sowie dem aufrechtstehenden und beleuchteten Stern zeigen das moderne Design der Marke. Noch mehr Ausdruck verleiht die lange Motorhaube und die großen Räder bei der Vision Iconic. Einen Hauch vom Batmobil vermittelt die Seitenansicht und das dezent gehaltene Heck mit schmalen Leuchten.
Solarlack
Eine Solarbeschichtung soll für mehr elektrische Reichweite sorgen, so Mercedes. Eine Fläche von 11 Quadratmetern, was der eines Mittelklasse-SUVs entspricht, könnte unter idealen Bedingungen Energie für 12.000 Kilometer pro Jahr erzeugen. Mit einem Wirkungsgrad von 20%, was aktuellen Solarzellen entspricht, kann so dauerhaft Energie erzeugt werden – auch wenn das Fahrzeug ausgeschaltet ist.
Interieur
Das Interieur soll eine neue Art des Reisens repräsentieren. Der Vision Iconic hat ein hyper-analoges Armaturenbrett und das Herzstück ist der „Zeppelin“ als schwebende Glaskonstruktion, die eine Kombination analoger und digitaler Instrumente offenbart. Beim Öffnen der Türen wird auf dem Kombiinstrument eine vollständig animierte Animation angezeigt, die laut Mercedes „filmreif“ sei. Mittig ist eine der vier Uhren wie das Markenlogo geformt, welche als KI-Begleiter dient.
Visuelle Tiefe und Handwerkskunst vermittelt eine Zierfläche mit einem Mosaik- beziehungsweise Intarsienbild in schimmernder Perlmutt-Optik hinter dem Zeppelin. Die Perlmutt-Intarsien setzen sich an Türverkleidungen und gehen in ein strahlendes Sternenmuster über, was die Rückbank umschließt. Polierte Messingtürgriffe in silbergoldenen Farbtönen und die Sitzbank in tiefblauem Samt setzen das luxuriöse Erlebnis fort.
Vierspeichen-Lenkrad
Das Vierspeichen-Lenkrad verbindet Sportlichkeit mit Eleganz und mittig befindet sich eine Glaskugel mit dem Mercedes-Benz-Logo. Nicht nur optisch, sondern auch technisch hat das Lenkrad seine Highlights, denn es ist nicht mechanisch mit den Vorderrädern verbunden. Dank Steer-by-Wire und dem Zusammenspiel mit der Hinterachslenkung verbessert sich das Handling der langgestreckten Elektro-Studie und bietet dank fehlender Lenksäule mehr Gestaltungsfreiheit im Interieur. Als luxuriöse Dekorationstechnik findet man beispielsweise eine Strohmarketerie als Fahrzeugboden-Verkleidung. Diese Technik reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück und wurde in den 1920er Jahren wieder zum Leben erweckt.
Erweiterte Level-2-Funktionen
Für ein komfortables Fahren im urbanen Raum setzt Mercedes bei der Vision Iconic-Studie auf Fahrerassistenz- und automatisierte Fahrsysteme. Diese ermöglichen nahtlose Punkt-zu-Punkt-Fahrten mit kooperativem Lenken sowie Beschleunigen. Mit dem Blick auf Level-4-Funktionen könnte man in der Studie sogar das Lenkrad loslassen. Laut Mercedes könnte man sich nach dem Auffahren auf eine Autobahn und nach Aktivierung der Level-4-Funktion zurücklehnen und Filme streamen oder sogar schlafen, bis man am Ziel angekommen ist und das Fahrzeug automatisch einen Parkplatz sucht und einparkt.
Neuromorphic Computing
Mit einer neuronalen Technik, die der des menschliche Gehirns ähnelt, möchte Mercedes-Benz den hohen Energiebedarf von zukünftigen Funktionen und autonomen Fahrzeugen reduzieren. Dadurch könnten KI-Berechnungen noch schneller und bis zu zehnmal effizienter als aktuelle Systeme werden. Laut Mercedes hat Neuromorphic Computing das Potenzial, den Energiebedarf für die Datenverarbeitung beim autonomen Fahren um bis zu 90% zu senken.
Fazit
Der Mercedes Vision Iconic ist eine Studie mit Funktionen und Ideen, die es wohl nicht in ein Serienfahrzeug schaffen werden. Trotzdem ist sie zukunftsweisend und die einen oder anderen Elemente könnten auch irgendwann in kommenden Fahrzeugen vorhanden sein. Ein Highlight ist der „Kühlergrill“, der bereits im kommenden GLC mit EQ-Technologie zum Einsatz kommt und für eine mögliche Elektro-S-Klasse ebenfalls willkommen ist – sofern sie denn kommt. Für Interessierte hat Mercedes ein Video zur Solarbeschichtung bei der Vision Iconic veröffentlicht:
















