
Geely bringt mit seiner Marke Farizon sein erstes Freizeitfahrzeug auf den chinesischen Markt. Der Farizon X-Van, ausgestattet mit Schlafdach und Markise kommt in China für umgerechnet etwa 32.000 Euro auf den Markt.
In Europa wartet man noch vergeblich auf eine angemessene Auswahl an Elektro-Campingbusse. Unter den Elektro-Camper gibt es die ein oder anderen Kandidaten wie zum Beispiel der Pössl E-Vanster (Citroën ë-Spacetourer) oder dem Tonke EQV (Mercedes EQV). Bis hierzulande die ersten richtigen Elektro-Campingbusse auf den Markt kommen wird es noch etwas dauern. Volkswagen plant beispielsweise den ID.Buzz California.
Kommt der Camper X-Van nach Europa?
Farizon ist in China einer der bedeuteten Hersteller von Nutzfahrzeugen. Von LKWs, über Kleinlaster bis hin zu Busse bietet die Marke von Geely allerhand Fahrzeuge mit verschiedenen Antriebstechniken an. Nun auch das erste Fahrzeug in der Freizeitbranche, der Elektro-Camper Farizon X-Van.
Der Farizon X-Van basiert auf den auch in Europa angebotenen Farizon SV und bietet eine Reichweite von bis zu 460 km nach CLTC. Das entspricht eine WLTP-Reichweite von 369 Kilometer (hier zum CLTC zu WLTP-Rechner). In der Realität dürfte es etwa mehr als 300 Kilometer sein, für ein Reisemobil nicht gerade viel. Wie der SV soll auch der X-Van mit einem 170 kW starken Elektromotor ausgestattet sein. Besonders interessant dürfte die Vehicle-to-Load-Funktion (V2L) sein. Damit lassen sich außerhalb vom Campingbus auch weitere Verbraucher anschließen. Da es noch keine Informationen zum Innenleben gibt, dürfte dies aber die ganze Campingeinrichtung (Kühlschrank, Elektrokocher etc.) sein. Anhand der Bilder lässt sich erahnen, dass der Farizon X-Van lediglich zum Schlafen geeignet ist. Ein Campingausbau ist auf den Bildern nicht zu erkennen.
Die im Schlafdach integrierte Markise ist nicht nur ein durchdachtes, sondern auch ein innovatives Element, das Funktionalität und Ästhetik perfekt vereint. Durch diese Konstruktion wird nicht nur der Luftwiderstand reduziert, was sich positiv auf den Fahrkomfort und Verbrauch auswirken kann, sondern auch die Gesamtoptik des Fahrzeugs im zusammengeklappten Zustand deutlich aufgewertet.
Zuletzt noch die Antwort auf die Frage, ob der X-Van nach Europa kommt? Wahrscheinlich nicht, hoffen sollte man aber. Chinesische Marken haben es ohnehin schwer in Europa Fuß zu fassen. Und solange Farizon niemand kennt, wird sich der Elektrobus kaum verkaufen, wenn auch das Konzept interessant ist. Konkurrenz und neue Ansätze tun dem Markt aber gut, daher wünschen wir es uns mal, das Farizon auch hierzulande den X-Van anbieten wird.
Simon Gralki
Elektrisch mit einem VW ID.3 (seit 2024) und einem VW ID.Buzz (seit 2025) unterwegs.